Sehe gerade einigermaßen geschockt die Brexit-Berichterstattung.

Volksabstimmungen gegenüber bin ich sehr positiv eingestellt. Wir brauchen mehr, nicht weniger direkte Demokratie – und die Delegation von Entscheidungsgewalt auf niedrigere Ebene um ein größeres Gefühl von Verantwortlichkeit zu schaffen.

Was aber die Analysen des Brexit-Referendums zeigen:

  • Fakten zählen nicht, sondern Meinungsmache
  • Die über 50-jährigen haben mit mit ihrem LEAVE-Votum den Ausgang entschieden

Punkt 1 gibt natürlich schon ausreichend Stoff für Polemik – soll aber hier nicht Thema sein.

Wichtiger – da in den Konsequenzen 1:1 auf andere westliche Demokratien übertragbar – ist aus meiner Sicht Punkt 2: wir geraten immer mehr in die Zukunftsfalle einer Gerontokratie (…für nicht-Chinesen: die Herrschaft der Alten).

Heißt im Klartext: alte Menschen ohne Zukunft entscheiden über die Zukunft der zahlenmäßig unterlegenen Jugend.

Zeigt sich auch besonders schön in der Zuwanderungsdebatte: genau die Generation, die in Folge der eigenen Reproduktionsverweigerung ein demographisches Vakuum erzeugt hat, bezichtigt jetzt diejenigen, die das Vakuum in unser Land saugt, als „Schuldige“. Als ob es nicht soetwas wie „Ursache“ und „Wirkung“ gäbe.

Es wird Zeit, sich über sinnvolle Ansätze Gedanken zu machen, die dieser Tendenz entgegenwirken. Aber politisch findet eine solche Diskussion NULL statt.

Ziel muß sein, daß diejenigen Menschen, die diese Zukunft aller Wahrscheinlichkeit erleben werden, auch maßgeblicher über diese entscheiden dürfen. Hinzu kommt, daß die Jüngeren die Tendenz haben, eher die gestalterischen Möglichkeiten zu sehen, die Älteren dagegen oft aus einem Gefühlsgemisch von Enttäuschung und Ängstlichkeit entscheiden (…siehe Brexit) .

Eine Idee wäre ein „Wahlrechtguthaben“, welches man über den Bezug von Sekundäreinkommen abbaut. Wobei Sekundärguthaben jede Form von Sozialunterstützung – inklusive Rente – beeinhalten würde.

Mit anderen Worten: wer nicht mehr produktiv zum Volkseinkommen beiträgt sondern von der Gemeinschaft gestützt wird, verliert sukzessive sein aktives Wahlrecht.

10 Jahre klingt als faire Grenze: wer nach seinem 18. Lebensjahr mehr als 10 Jahre von Sozialleistungen lebt, verwirkt sein Wahlrecht (auch für Volksabstimmungen). Punkt.

Gibt jedem Rentner, der „normal“ gearbeitet hat, noch bis zu seinem 75igsten, ggf. auch 77igsten Lebensjahr um politische Entscheidungen mitzugestalten. Und verhindert in den jüngeren Generationen verhängnisvolle Tendenzen der Selbstbedienungsmentalität.

 

 

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