Mache ich ja nur selten – und halte mich für gewöhnlich zurück, den fanboy für Hersteller zu spielen.

Aber jetzt muß ich mal die Lanze für ein tolles Gerät brechen – denn gleichzeitig kann man das Gerät zu einem Preis kaufen, bei dem man fast mit Sicherheit sagen kann: mehr Leistung für den Preis geht zur Zeit nicht.

Es geht um den HP Spectre x2 12…. sozusagen der Surface Clone von HP. Nur – und das ist der Punkt – vom Preis-Leistungsverhältnis her unglaublich besser !

Ich wollte mich nach Jahren (ach was, Jahrzehnten …) von Apple lossagen: langfristig betrachtet ist es blödsinnig, Desktop und Tablet Betriebssysteme getrennt zu halten. Und da Apple es nicht schafft (ok, „nicht will“) ein tragbares Dual-Boot MacOS X / iOS Gerät auf den Markt zu werfen, wurde ich eher bei Microsoft fündig. Der Surface ist eine tolles Kombigerät „Laptop und Tablet in einem“ – aber leider zu einem Premium-Preis, der mir da ein bißchen zu sehr „copy&paste“ von der Apple-Premium-Preis-Politik war. Ich hätte ihn gerne gekauft, aber selbst in Bundle-Angeboten erschien mir der Preis unangemessen hoch. Wobei des Gerät ansonsten alles hatte, was ich ich suchte:

  • Ausreichend Speicher (min. 128 GB)
  • 3:2 Bildschirmverältnis (damit man im Tablet-Modus gut im Hochformat arbeiten kann)
  • brauchbare Tastatur für Laptop-Betrieb
  • Stift-Eingabe, die den Namen verdient

Was noch fehlt: LTE-Modem für Internet-Verbindung jenseits von WLAN-Abdeckung. Kein Mensch weiß warum Microsoft diese Option für den Surface 4 Pro nicht mal anbietet. Für den Surface 3 gibt es sie – aber mit nur 10 Zoll ist es ein rein mobiles Gerät, welches nicht wirklich als Laptop-Ersatz taugt.

….und dann stieß ich eher zufällig über Info zum besagten HP Spectre x2 12 Zoll (ganz genau: HP Spectre x2 12-a001ng ).

Bietet von der Anwendungsseite her alles, was der Surface 4 Pro bietet – zu einem unglaublich günstigeren Preis. Technik-Freaks werden jetzt sagen: kann man ja trotzdem nicht vergleichen. Korrekt, es gibt zwei wichtige technische Unterschiede:

  • Prozessor: den „preiswertesten“ Surface gibt es mit m-Prozessor von Intel; alles, was teurer ist, hat den „höherwertigeren“ i-Prozessor an Bord. Der HP Spectre hat „nur“ den m3-Prozessor an Bord. Aber mein Urteil nach mehreren Wochen: wenn man nicht Bildbearbeitung oder Videoschnitt macht, dann braucht man das nicht – und für alle Anwendungen der täglichen Arbeit (emails, Office-Dokumente erstellen, PDFs bearbeiten etc. etc.) reicht der m3 völlig aus.
  • Auflösung: bei gleichem Seitenverhältnis hat der HP Spectre eine (auf dem Papier) deutlich gerningere Auflösung. Aber in der Realität macht das einen Unterschied zwischen „galaktisch“ (Microsoft) und „großartig“ (HP) aus….. und bei dem deutlich besseren Preis kann ich mit „großartig“ leben.

Womit wir endlich beim Preis wären: momentan hat HP eine Frühlings-Promo laufen, im Rahmen derer man das Gerät für 800,- Eur bekommt. Dazu muß man auf den reduzierten Preis von 999,- Euro noch einmal den Gutscheincode HPSPRINGX2 in den Einkaufskorb legen. Ein gleichwertiges Bundle im Surface-Bereich kostet normalerweis um die 1.300 bis 1.400 Euro, im Angebot höchstens mal 1.100 Euro. Das heißt: man zahlt 300 bis 600 Euro weniger ….. für die gleiche Leistung unter’m Strich. Bzw. bei vielen Punkten übertrifft das HP-Gerät ähnliche Surface-Angebot deutlich:

  • Der HP Spectre x2 12 hat das schmerzlich vermißte LTE-Modem an Bord. PLUS eine HP-Datenflat von 200 MB pro Monat für diejenigen, keine eigene Daten-SIM-Karte haben.
  • Die preiswerten Bundles beim Surface bieten meist nur 4 GB RAM und 128 GB SSD. Der HP hat 4 GB RAM und 256 GB SSD.
  • Der Sound ist für ein Gerät dieser Größe sehr gut – und Marken-Feteschisten freuen sich über das Bang & Olufsen-Logo

Wie gesagt: ich habe das Gerät jetzt seit ca. Monaten im Einsatz – und war selten von einem Stück Hardware so überzeugt. Ich denke mal, daß in 3-4 Jahren niemand mehr etwas anderes als seinen „Homecomputer“ haben wird: Tablet und vollständiger Laptop in einem. Für alles andere wird es entweder deutlich leistungsfähigere Desktop-Computer geben…. oder die Cloud. Aber dieses Gerät mit seinem Formfaktor und seiner Ausstattung bietet alles, was ein „Normalsterblicher“ an täglicher Computerleistung braucht (…ok, mit leicht technischem Anspruch: die Möglichkeit, auf dem Gerät ALLES zu installieren, was ich will, hat den Ausschlag ggü. dem iPad-Öko-System gegeben) . Und zwar sowohl im Desktop/Laptop wie im Tablet-Bereich.

Und, wie gesagt: wen das hier neugierig gemacht hat, der kann bei einem Preis von 800 Euro getrost zuschlagen. Es lohnt sich ! Wenn ich jetzt PDFs auf dem Gerät lese und handschriftlich mit Notizen versehe, dann habe ich das Gefühl, der „Personal Computer“ ist endlich da angekommen, wo er immer hin wollte – er ist zur natürlichen und allgegenwärtigen Ergänzung und zum praktischen Helfer seines Besitzters geworden.

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Update:

Ein paar Punkte Aspekte fehlen noch in der Beschreibung der Vorzüge:

  • Akku-Laufzeit: wie üblich sind die Hersteller-Angaben sehr optimistisch. Aber mit ein wenig Umsicht läßt sich ein normaler Arbeitstag mit dem Gerät durchstehen.
  • Anschlüsse: ich finde die beiden USB-C-Anschlüsse als ausreichend; ein Adapter auf „alt“-USB  wird mitgeliefert. Ich habe den Verzicht auf den alten USB-Standard mehrfach als nachteilig zitiert gehört. Kommt mir ein bißchen wie die Kritik an den ersten iMacs vor: “ Wie, kein Floppy-Laufwerk mehr und nur noch USB statt Serial & Centronix-Schnittstelle…. geht ja gar nicht“.
  • Weiterer Vorzug ggü. iPads: auch ein MicroSD-Steckplatz ist verfügbar. Sehr praktisch zur Speichererweiterung – auch wenn einen Windows dazu zwingt, Klimmzüge zu veranstalten, wenn man z.Bsp. sein Benutzer-Verzeichnis auf die Speicherkarte zu packen. Aber bei 256 GB kommt man nicht so schnell auf diesen Gedanken …..
  • Der Ständer: dieser ist nicht, wie beim Surface, massiv, sonder ein Bügel. Keine Ahnung, wieso daß in einigen Produktbesprechungen auch als negativ ausgelegt wird. Ich selber habe null Schwierigkeiten – und finde es designtechnisch ein gute Idee, den so gewonnenen Platz eher dem Akku zu widmen. Und mit etwas längeren Oberschenkeln ist das arbeiten in echter „laptop“-Position aus meiner Sicht kein Problem.
  • Der Stift: kein nTrig wie bei Microsoft, sondern neue, aktive (d.h: mit Batterie) Wacom Technologie namens AES. Mir fehlt der Vergleich zum iPad Pro und ich bin auch kein Künstler. Was ich aber sagen kann: für meine relativ harmlosen Anwendungsfälle (also: handschriftliche Notizen & Skizzen, meist in OneNote) ist er bestens geeignet. Insbesondere meinen Umgang mit PDFs hat das Gerät (zusammen mit der hervorragenden App „Drawboard PDF“ ) revolutioniert: ich drucke jetzt meist Dokumente (Word / Powerpoint) als PDF aus und füge dann Markierungen, Notizen, Anmerkungen etc. gleich digital aber handschriftlich in die Dokumente ein.

 

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