„So lebendig habe ich mich seit den Doppelbeschluß-Demos nicht mehr gefühlt“. Horst K., Oberstudienrat kurz vor der Pensionierung, grauen Bart und Wollpulli tragend, kann sein Begeisterung kaum verbergen. Die Anti-PEGIDA Bewegung hat die in die Jahre gekommenen friedensbewegten Alt-68iger emotionalisiert wie lange kein Ereignis mehr.

Jetzt allerdings droht Ernüchterung: „Das kann es doch nicht gewesen sein ? Kann man denn da gar nichts tun ?“ Die drohende Spaltung der PEGIDA bedroht gleichzeitg die Wiederbelegung linken Engagements. Und es werden erste Stimmen nach Staatshilfe laut. „Das Engagement gegen PEGIDA  hat die Herausbildung staatsbürgerlicher Tugenden in einer Weise gefördert, daß wir uns ernsthaft Gedanken machen müssen, wie wir den drohenden Wegfall dieses Reizes kompensieren können“ räsoniert Horst K. Das Argument lautet, daß ein Immunsystem einen gewisses Reiz-Niveau braucht, um seine Abwehrkräfte zu erhalten.

Kritiker dieser Sicht hingegen vertreten die Meinung, daß die Reservat-Haltung einiger Quoten-Nazis das tatsächliches Bedrohungspotenzial nicht ausreichend authentisch abbilden würde und somit das Immunsystem auf die falschen Reize trainiert würde.

Wer Recht hat, werden wir hoffentlich nie austesten müssen.

 

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