Bei dem Artikel ist mir einmal mehr aufgefallen, für wie alltäglich wir Wunder nehmen, sobald sie passieren:

In der Leipziger Nikolaikirche: Erinnerung an die friedliche Revolution  (FAZ).

Man kann ja durchaus argumentieren, daß Deutschland in der Geschichte häufig kein glückliches Händchen hatte (…ok, das ist eine Untertreibung…) und sich dadurch ausgezeichnet hat, zur richtigen Zeit den falschen Menschen am Ruder zu haben (Wilhelm -> Siehe Gedenken an 100 Jahre 1. Weltkrieg) oder gar ans Ruder zu holen (Adolf; jeder weitere Kommentar diesbezüglich erübrigt sich).

Die  friedlichen Revolution 1989 dagegen ist vom Ablauf wie vom Ergebnis her so positiv verlaufen, daß man fast schon bald den Ausbruch eines Historiker-Streits befürchten muß, ob ein solches Ereignis überhaupt Bestandteil deutscher Geschichte sein KANN.

Ähnlich positive Glücksfälle hatten wir nach meiner Einschätzung in der jüngeren Geschichte eigentlich nur zwei mal:

  • Bismarck mit der Reichseinigung (Zur Geisteshaltung des Chef-Junkers kann man natürlich geteilter Meinung sein; doch diese nach heutigen Maßstäben zu beurteilen ist sicher nicht angebracht. Auf jeden Fall ist es nicht sein Schuld, daß der oben zitierte Wilhelm es später verbockt hat).
  • Das Gespann Adenauer / de Gaule (weil nur so die deutsch-französiche Aussöhnung möglich war. Und diese war maßgeblich für die Reintegration  Deutschlands in die europäische Staatengemeinschaft und  damit  für das friedliche Zusammenwachsen fast aller (….hear me, Mr. Putin ?) europäischer Staaten.)

Insofern: einfach mal zurücklehnen bei der Erinnerung an 1989 und dankbar zur Kenntnis nehmen, daß es auch mal gut laufen kann.

 

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