Interessanter Beitrag auf  The European von Marco Buschmann (MdB der FDP): „Gleich und gleich gesellt sich gern“

Ohne unbedingt die Ansicht des Verfassers  teilen zu müssen (…was ich allerdings tue), wird einen dieser Kommentar bewußt machen, daß die kommende Wahl eine bedeutende Richtungsentscheidung darüber sein wird, in was für einer Gesellschaft wir eigentlich leben wollen: immer mehr von oben gesteuerte Einheitlicheit oder bunte Vielfalt, erwachsend aus der Fülle individueller Lebenswünsche-u. Konzepte ?

Eigentlich auf die einfache Formel zu bringen: „Ausgangsgleichheit oder Ergebnisgleichheit“.

Die Tendenz scheint zur Zeit in Richtung „Ergebnisgleichheit“ zu gehen, zur Zeit medial gut vermarktbar unter dem Schlagwort „Verteilungsgerechtigkeit“….. denn wer wird schon gegen einen „gerechten“ Zustand sein ? Wo wir auch leider bei einem sachlichen Fehler des Kommentars sind: tatsächlich ist der Gini-Koeffizient in Deutschland ziemlich gering (heißt: relativ hohes Maß an „Verteilungsgerechtigkeit“) – dies aber erst NACH staatlicher Umverteilung. DAVOR liegen wir auf einem Level von Ländern, die die meisten von uns als „ziemlich ungerecht“ wahrnehmen.

Was die eigentlich positive Botschaft enthält, daß die bereits bestehende Umverteilung ganz gut funktioniert – die eigentliche Frage ist jetzt: brauchen wir NOCH MEHR davon. Oder reicht das augenblickliche Maß der Umverteilung aus ? Wo wird durch Umverteilung mehr „gerechtfertigte Gerechtigkeit“ geschaffen und ab wo werden nur noch Leistungsanzreize im Keim erstickt ?

Leider umfaßt die „Mehr Umverteilung“-Fraktion nicht nur die im Kommentar zitierten Grünen und Sozialdemokraten – sondern, mehr aus populistischen Erwägungen denn aus Überzeugung, auch die Christdemokraten, die unter Angela Merkel in diesen Fragen eine Verwandlung von Konservativen zu Loden-Sozialisten erfahren haben. Was im Umkehrschluß leider bedeutet, daß das Lager der „Es-reicht-wie-es-ist“-Vertreter ziemlich klein geworden ist – parlamentarisch offiziell eigentlich nur noch durch die FDP vertreten.

Ein Hauptgrund dafür liegt an einem weiteren Aspekt, dessen Erwähnung mir in dem Kommentar gefehlt hat: nämlich daß mehr Umverteilung nicht nur die Empfänger unverhoffter Geschenke zu glücklichem Wähler-Klientel macht – sondern den Umverteilern noch auf ganz andere Weise (und langfristig viel kostenintensiver) hilft. Denn jede Umverteilung macht einen Umverteilungsapparat notwendig – und das bedeutet die Möglichkeit, verdiente Streiter mit Posten und Positionen zu versehen.

Mich erinnert das immer an die Zeit als (1) ich noch Kinder im KiTa-Alter hatte und (2) die Stadt Düsseldorf noch KiTa-Gebühren genommen hat – da war ich nämlich das Kindergeld bis auf 4 Euro nach der KiTa-Gebühr wieder los. Ich war ganz begeistert  zwei glücklichen Beamten ihren Umverteilungsalltag zu ermöglichen UND am Ende noch 4 Euro netto rauszubekommen !

Was direkt den Hinweis darauf gibt, wie verantwortungsvolle Politik aussehen sollte: denn dank Schuldenfreiheit war es der Stadt Düsseldorf möglich, auf die KiTa-Gebühr zu verzichten. So sehen direkte Vorteile für den Bürger (ok, den Bürger mit Kindern….) OHNE Umverteilungsapparat aus. Aber „weniger Schulden“ ist nicht daß, was in den Programmen derer steht, die doch so gerecht sein wollen. Ob das gerecht gegenüber denjenigen ist, die eines Tages unter der Schuldenlast ächzen werden, bleibt abzuwarten.

Solltest Du dem Text bis hier gefolgt sein, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, Dir die Frage im Vorgriff auf die kommende Wahl zu stellen: in welche Richtung willst Du gehen ? Und in welche Richtung willst Du, daß unsere Gesellschaft geht ?

Als letztes noch eine Klarstellung: wenn man MEHR Umverteilung von oben nach unten kritisch gegenübersteht, dann heißt das nicht, daß man automatisch für MEHR Umverteilung von unten nach oben ist. Den diversen Steuergeschenken für Konzerne und Einkommensmillionären stehe ich genauso kritisch gegenüber….. was aber ein anderes Thema ist.

 

 

 

No Comment

Comments are closed.